Projektbeschreibung

05.12.11 – 09.12.12
Climate Walk
Eine audio-visuell interaktive Installation zum Thema „Klima – Kultur – Wandel“
Akademie der Künste Berlin, Besucherbrücke in der Passage
Öffnungszeit der Brücke: 10 – 22 Uhr, Eintritt frei

Eröffnung: Sonntag, 04.12.2012, 11 Uhr, Plenarsaal


Der Climate Walk, initiiert und realisiert von ZKM | Karlsruhe und der Akademie der Künste, Berlin, ist ein experimentelles Environment Projekt, welches ökologisches Denken und Handeln anregen möchte und hinterfragt. Der Climate Walk startet parallel zur Weltklimakonferenz COP 17 in Südafrika und bildet eine Brücke zwischen Kunst und Klima, lädt ein zu einem ‚Wandel’, über die Grenzen der Disziplinen Kunst + Wissenschaft hinaus. Im Focus des Climate Walk stehen globale Krisen wie der Klimawandel und notwendige gesellschaftliche Transformation im Sinne einer zukunftsfähigen „Kultur des Mit-ein-ander“ oder neue Positionen gestalterisch forschender wie verantwortlich handelnder LebensKunst. Die Besucher können vor Ort und über das Internet, weltweit, Fragen und Kommentare formulieren, mit denen sie in die Wissens- und Erfahrungsarchive bedeutendster Partner eintauchen und deren Korrespondenz zu Tage sowie an die Oberfläche bringen. Dafür stehen drei lebensgroße Kreisel-ähnliche Interfaces auf der Besucherbrücke zur Verfügung. Passanten werden von diesen interaktiven, skulpturalen Elementen herbeigerufen oder animiert, selber aktiv zu werden, mit diesen kreiselnden Kegelstelen in den angebotenen Landessprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch) ‚umfassend’ in Kontakt zu treten und sie damit zu einem question & answer dance aufzufordern. Werden die Fragen jedoch  per Internetzugang gestellt, können die erwarteten Antworten,  mit einem Timecode versehen, dann aber nur vor Ort auf der Brücke in der Akademie der Künste in Berlin abgeholt werden. Somit werden analoge und digitale Welten real verknüpft. Der Grad an vollzogener Beteiligung bestimmt die jüngste Ebene der dadurch generierten Daten, die den anderen Wissensarchiven automatisch hinzugefügt werden, so dass nachfolgende User/Besucher jeweils wieder von diesem sich akkumulierenden Wissen profitieren. Der Climate Walk knüpft an erörternde Laufgespräche einer Akademie im ursprünglichen Sinne an, belebt in zeitgenössischem Format das Frage- und Antwortspiel gelehriger Dialoge im Gehen und lässt Positionen, vielschichtig ‚wandelnd’, allmählich ein sich selbst reflektierendes, wohlmöglich auch qualifizierendes Social Network eigener Ordnung entstehen. Der Climate Walk verweist auch auf die Tradition von Protestmärschen, etwa den „Walks Against Global Warming“ in Australien und Schweden, sowie  auf einen aktuellen Paradigmenwechsel, den „performative turn“. Die aktuelle Lebenspraxis der Gattung Mensch, nicht nur in den Industrienationen, befindet sich wie das Klima und unsere Erde in einem ähnlich alarmierenden Zustand. Der Climate Walk sieht sich als anthropologische Ressource, wie die „Ecology of mind“ von Gregory Bateson und Félix Guattaris Begriff der „Ökosophie“, die aktiven Umweltschutz in der Beschreibung gesellschaftlicher Beziehungen thematisieren und die klar machen, dass wir unsere Rettung selbst in die Hand nehmen müssen, uns selbst in den Stand heben müssen, wählen zu können. Dieser Paradigmenwechsel reicht über Kunst und Wissenschaft hinaus und verbindet ästhetische, soziale und kognitive Ebenen. Der Climate Walk bietet somit in einem semiöffentlichen Raum seltene Gelegenheit, sich im Laufe eines Jahres exemplarisch zu einem Ort oder Treffpunkt „einer ständigen 2. Aufklärung“ (Peter Weibel) zu entwickeln.  – FPG / CS

Climate Walk-Partner: The Canary Project, New York – Senats­verwal­tung für Stadtentwicklung, Berlin – Potsdam-Institut für Klimafolgen­for­schung – Council of Europe, Straßburg – Goethe-Institut – Hoch­schule für Bildende Künste Braunschweig – Cape Farewell, London u. a. m.

Eröffnung am Sonntag, den 4. Dezember 2011, um 11 Uhr. Es sprechen Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste, Christiane Riedel, Geschäftsführerin des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Robert Palmer, Direktor, für demokratische Governance, Kultur und Vielfältigkeit/ Council of Europe, Straßburg, Anders Levermann, Professor für Physik der Universität Potsdam, Reiner Nagel, Leiter der Abteilung Stadt- und Freiraumplanung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin und  Freddy Paul Grunert, Kurator am ZKM | Karlsruhe.
Testimonial: MEP Jo Leinen, Leiter der EP-Delegation zur COP17, Vorsitzender des Umweltausschusses im Europäisches Parlament

Der „Climate Walk“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und der Akademie der Künste – aus­gezeichnet vom Council of Europe als „CECEL – Cultural Event“ und als UNESCO-Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Produktion: Freddy Paul Grunert/ Selph2 (Idee/ Projektleitung), Therese Keßler (Projektassistenz), Volker Sommerfeld (Produktionsleitung), Matthias Gommel (Gestaltung Interface), Johannes Degenhard (Programmierung), Ivo Wessel (App Entwicklung), Christian Lölkes (Elektronik), Silke Altvater (Website)